AHK (Anhängerkupplung) für den Lloyd PDF Drucken E-Mail

Ja wenn sonst nichts zu tun ist. Vernünftiges kann man jeden Tag erledigen. Inspiriert hatte mich das Gedpann von Revell, der Alexander mit dem Eriba Puck. Nun dachte ich eher an den kleinen VEB-Anhänger, mit dem ich ab und an etwas transportiere. Auf jedem Treffen bin ich bäuchlings an die Lloyd herangerobbt, habe Fotos gemacht und war wild entschlossen so eine Anhängerkupplung dann zu bauen. Schien ja gar nicht kompliziert, ein gerades Rohr mit dem Zugkopf verschweißt unter das Zentralrohr vom Lloyd montiert.

 

Die erste Ernüchterung gab es auf dem Schrottplatz: "Nein aus Sicherheitsgründen darf niemand mehr auf den Schrottplatz. Was wollen sie denn?" "Ja wissen sie, ich hätte gerne eine Anhängerkupplung." "Von welchem Auto?" "Ja das kann ich ihnen so nicht sagen, die muss gerade sein und hinten recht hoch gehen." Das wars dann auch, in seinem genervten Gesichtsausdruck konnte ich mehrere Sätze ablesen. "Ja dann schauen sie mal in der Stadt, welche ihnen zusagt, sagen uns dann den Fahrzeugtyp und wir suchen die danach auf Lager. Selber schauen?!?!? Nein das geht nicht!"

Also bin ich zum nächsten Teileverwerter gefahren. Dort durfte ich dann ungestört mit Genuß und Freude durch die Reihen klettern. Inzwischen äußerlich einer Wühlmaus ähnlich, musste ich mir vorsorglich einen der Müllsäcke als Schonbezug auf den Sitz des Passats legen denn ich wahr vom Drunterkriechen leicht beschmutzt. Doch war alles für die Katz. Die AHKs neuer Autos sind so gewaltig, bestehen meist aus einer riesigen Quertraverse. Da bricht der Lloyd hinten ab.

Erfolgreich war ich dann doch auf einem Teilemarkt im benachbarten Ausland. Ja ich weiß, dass das jetzt  unpässlich ist, weil wir inzwischen alle Europäer sind. Aber in Sachen AHK sind uns die Holländer um Welten voraus und wesentlich unkomplizierter. Dort habe ich dann eine passend scheinende von einem Opel Ascona bekommen. Wie unpassend die dann jedoch war, bemerkte ich beim Versuch diese untern Lloyd zu halten. Der nächste Versuch war dann eine VEB-AHK vom Trabbi, was aber schlussendlich doch nicht die Lösung sein wollte. Ja wie sie sehen, ist die Idee überhaupt kein Problem. Inzwischen jedoch war schon wieder mehr als ein Jahr vergangen. Zugegeben, nicht alleine mit der suche nach einer passenden AHK. Der Mensch hat ja auch noch andere Bedürfnisse, zu derer Befriedigung er in der Regel arbeiten muss. Wie lästig.

Andererseits hat Geduld noch nie geschadet, besonders wenn es um das schönste Hobby der Welt geht. Es hört sich mehr als unwahrscheinlich an, aber nach dem bei meinem Zusammentreffen mit anderen Lloydfahrern schon ohne Guten Tag und bevor ich den Mund aufmachen konnte die prompte Antwort erschallte, "Nein, ich habe keine AHK für dich!", passierte genau das, was ich nie zu Glauben wagte. "Ich habe eine AHK für dich!". Das so eine Antwort ein wenig mit Kosten verbunden war, erkannte auch ich. Mit dem nahezu neuwertigen Bauteil und in weihnachtlicher Laune habe ich mich dann früh vom Treffen gemacht. Es gab nichts zu schauen, die AHK ein Originalteil passte natürlich. Also wurde sie wieder in die große Plastiktüte eingepackt, damit sie für die Montage nächstes Wochenende auch weiterhin aussieht wie neu. Dieses jedoch wollte doch nicht so schnell kommen, da, wie soll es auch anders sein, wieder etwas Wichtiges anstand.

Gelegentlich nah ich die Anhängerkupplung in die Hand. Eine Steckdose musste noch besorgt werden, möglichst aus Metall, damit sie zum Alter passt. Ebenso wie ein 7 poliges Kabel für den Anschluss. Über einen Umbau auf 12 Volt habe ich lange nachgedacht, weil das wechseln der Glühbirnen im Anhänger auf Dauer schon lästig werden kann. Urplötzlich kam ich dann zur Erkenntnis, dass ich die original AHK gar nicht gebrauchen kann, da ich einen Lloyd Kombi habe, an dem das Nummernschild zwischen den Stoßstangen montiert ist. Das würde ja von der AHK überdeckt.

Nein, nein, ein Umsetzen des Nummernschilds wie bei einigen modernen Kastenwagen würde nicht in Betracht kommen. Ein leerer Ursprungsplatz und dann eine wahllos montierte Nummer mit irgendwo in der Nähe angebrachtem Beleuchtungsset? Nicht an meinem 50 Jahre altem Auto!

Ideen und deren Abgründe manifestierten sich in Skizzen und Notizen. Glücklicherweise bleiben einige davon für immer in meinen Unterlagen verborgen.

Mit geprüften Bauteilen eines renommierten AHK-Herstellers und nach vorherigem Gespräch mit einem TÜV Prüfer ging es nun ganz schnell. Auch wenn die Anfertigung dann schon noch etliche Stunde in Anspruch nahm, ist dann am Ende die Abnahme der abnehmbaren Lloyd-AHK erfolgt.

 
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