PORSCHE - Sportwagen aus bestem Hause

Bei Porsche sind es besonders der 924 und der 911 SC, die von ihren Piloten als zu schwach empfunden werden und denen deshalb die Tuner auf die Sprünge helfen.

Zählte der vierzylindrige Frontmotor-Porsche schon von Beginn an seiner Karriere nicht zu den überdurchschnittlich Potenten im Lande, so musste der Elfer zum Bedauern seiner Fans in seiner Entwicklung eine Leistungsschwächungn hinnehmen:
Von den maximal 210 Serien-PS seiner Glanztage (carrera 2.7) blieben gerade 188PS im SC von 1980 übrig.
Für den Selfmadetuner bedeutet dies teilweise die Möglichkeit zum Rückbau auf alte Werte, eine für leistungsbewusste Porschefreunde nicht nur preiswertere, sondern in der Leistungsentfaltung ausgewogenere Alternative zum ursprungs über 80 000 Mark teuren Porsche 930 turbo.
Denn wer grosses Fahrvergnügen gerade auf gewundenen Landstrassen schätzt, der ist mit einem kräftigen Saugporsche nach wie vor besser bedient.
Dies gilt grundsätzlich auch im Fall des Porsche 924, dem sich 1978 schon die von Haus aus deutlich potentere Turbo-Variante zugesellte, die indes nicht so einfach zu Beherschen ist, wie die vom einzigen 924-Tuner, Gerhard Oettinger in Friedrichsdorf bei Frankfurt, in der Leistung angereicherte Saugversion.
Gleichwohl nimmt sich Oettinger auch den schon serienmässig 170PS starken 924 Turbo an und bringt diesen auf das Leistungsniveau eines Porsche 911 SC.

oettinger_logo_mit_text.jpg

 
Einspritzanlage
Die beiden Porsche 924-Typen besitzen serienmässig die mechanische K-Jetronik von Bosch, die Tuner Gerhard Oettinger bei seinen Leistungsgesteigerten Motoren beibehält. allerdings müssen die Einstellwerte entsprechend der grösseren Leistungsabgabe der Tuning-Motoren verändert werden.

Zylinderkopf
Zylinderkopf-Maßnahmen beim Saug-924 gewinnen insofern besondere Bedeutung, als der serien-vierzylinder sein Leistungssoll von oft 125ps nicht ganz erreicht. Zylinderkopf-Nacharbeiten, wie im allgemeinen üblich, bringen deshalb zwar keine Leistungsexplosion, aber immerhin eine Annäherung an die Katalogwerte.
Tuner Oettinger begnügt sich indes nicht darauf, die Kanäle zu polieren und fein zu bearbeiten. vielmehr vergrössert er darüberhinaus die Querschnitte sowohl Einlass- wie auch der Auslasskanäle und verwendet zugunsten intensivierter Atmung grössere Einlass und Auslassventile.
Anlässlich der Kopfbearbeitung erhalten die Brennräume am Zylinderkopf kleine Einbuchtungen. während die Serien-Nockenwelle beibehhalten wird, werden Ansaugrohr und Auspuffkrümmer den grösseren Kanalquerschnitten angebpasst.

Motorblock und Kurbeltrieb
Um den Hubraum des Serien-Zweilieters um rund 300 cm³ zu erweitern, vergrössert Oettinger sowohl Bohrung als auch den Hub. dabei setzt der 924-Tuner wie bei seinen Golfmotoren auf eine nietrierte Spezial-Kurbelwelle aus Chrom-Moblybdänstahl mit angeschmiedeten Gegengewichten, die eine besonders gute Laufkultur gewährleistet.
Die Oettinger-Welle erhöht den Hub um immerhin 8,1 mm auf insgesammt 92,5 mm. für einen freien Durchgang des Spezial-Kurbeltriebes muss allerdings der Motorblock geändert werden.
Die Zylinderbohrungen werden in Friedrichsdorf um zwei mm auf 88,5mm erweitert.
Entsprechende Spezialkolben mit Kolbenboden in Muldenform erhöhen die Verdichtung beim Saug 924 von 9,3:1 auf 9,8:1, beim 924 Turbo von 7,5:1 auf 7,8:1.
oetinger_teile.jpg

Die Leistung
Aus einem Hubraum von 2276cm³ (Serie: 1984cm³) entwickelt der Oettinger-924 bei 5800/min 145 PS gegenüber 125PS der Ausgangsbasis. das maximale Drehmoment von 190 Nm steht bei 4200/min an. Bemerkenswert ist der sehr flache Verlauf der Drehmomentkurve:
Im Bereich zwischen 2500/min und 5000/min sind über 180Nm vervügbar. der durch ähnliche Massnahmen wie der Oettinger-Saugmotor Leistungsgesteigerte 924 Turbo wartet bei gleichem Hubraum (2,3 liter) mit 185 PS auf (serie:170PS).

Die Kühlung
Vor allem bei überwiegendem Autobahnbetrieb empfiehlt sich bei getunten Porsche 924 der Einbau eines Ölkühlers. Die Firma Oettinger offeriert eine solche Anlage mit thermostatisch geregelter Durchflussmenge und Frontölkühler zum Preis von rund 700Mark.

Das Getriebe
Seit 1979 besitzt der Porsche 924 serienmässig ein Fünfganggetriebe, dessen fünfter Gang annähernd dem vierten Gang des zuvor verwendeten Vierganggetriebes entspricht. Oettinger bietet gegen Aufpreis auch den deulich länger übersetzten fünften Gang des für Exportmärkte gedachten sogenannten Economy-Getriebes an.
Diese lange Übersetzung ermöglicht beim drehmomentstarken 2,3 liter eine etwas höhere Höchstgeschwindigkeit und sorgt dank niedriger Drehzahlen für grössere Laufruhe.
Hinsichtlich des Drehmoment ist das Getriebe bis an die Grenze belastet.

Das Fahrwerk
Die Tuner beschränken sich in der Regel darauf, das Transaxle-Fahrwerk des 924 mit Hilfe strafferer Stossdämpfer zu optimieren. Für den Saug-924 sind zwei Reifenformate erlaubt: 165 HR 14 und 5,5 Zoll beite Felgen, sowie 185/70 HR 14 auf 6 Zoll Felgen aus Leichtmetall, als Sonderaussattung gibt es die Turbofelge mit 205/60 R 15 Reifen.
Der 924 Turbo kann bis zum Breitreifenformat 205/55 VR16 (montiert auf 6 Zoll breiten Felgen) aufgerüstet werden.

Bremsen
Die Bremsen des Saug 924 sind ihrer Aufgabe speziell bei sehr forcierter Fahrt nicht immer gewachsen. Hier besteht die allerdings sehr teure möglichkeit, auf das Vierrad-Scheibenbremsensystem des 924 Turbo umzurüsten.

931_bj._81.jpg
PORSCHE 931

 
Startseite Navigation Informelles PORSCHE - Sportwagen aus bestem Hause
© fritzes oldtimer